SP-Steuerinitiative - Luzern verliert
Die SP-Steuerinitiative würde im Kanton Luzern sowohl bei der Einkommens- wie auch bei der Vermögenssteuer zu einer Erhöhung führen. Die Erhöhung führt nicht nur zu Mehrbelastungen bei hohen Einkommen und Vermögen, sondern über die Tarifkurve auch bei tiefen und mittleren Einkommen. Mit der Wirkung der Progression werden mittlere und hohe Einkommen zudem bereits heute stark belastet und tiefe Einkommen entlastet. Degressive Steuersätze, wie sie von der Initiative ebenfalls bekämpft werden, sind bereits heute aufgrund eines Bundesgerichtsurteils nicht mehr möglich.
Dank Neugestaltung des Finanzausgleiches auf Bundesebene fliessen seit drei Jahren zu Recht wesentlich mehr Mittel in den Kanton Luzern. Dies hat dazu beigetragen, dass die Steuern massgeblich reduziert werden konnten. Die Initiative verlangt nun, dass bei einer Annahme die Mehreinnahmen teilweise wieder zurückgeführt werden. Luzern würde also wieder verlieren, was in einem langen politischen Prozess erkämpft wurde.
Steuererhöhungen auf Vorrat waren noch nie sinnvoll. Ein Angebotswettbewerb wäre die Folge. Die mehreingenommenen Mittel auf Gemeinde- und Kantonsebene würden nach Möglichkeit in mehr oder weniger sinnvolle Projekte investiert, damit sie nicht an die nächst höhere Ebene abgeliefert werden müssen. Fehlinvestitionen und –angebote wären die Folge. Einem verschwenderischen Umgang mit Steuermitteln muss bereits heute entschieden entgegen getreten werden. Die SP-Steuerinitiative macht Luzern zum Verlierer.
"SP-Steuerinitiative - Luzern verliert"
Montag, 15-11-10 21:20
Wie ein Kanton die Tarifkurve anpasst, schreibt die Steuergerechtigkeitsinitiative nicht vor. Da für Alleinstehende (für Familien können deutlich höhere Grenzbeträge vorgesehen werden!) erst ab Fr. 250'000.- die Mindestsätze gelten, kann ein Kanton die Korrektur z.B. im Feld zwischen 200'000.- und 250'000.- vornehmen - eine "Treppe" muss es nicht geben, ebensowenig eine erzwungene Erhöhung darunter - es steht den Kantonen schlicht frei, ein passendes System zu wählen. Ich bin durch und durch Luzerner, habe aber nicht das Gefühl, mit der Initiative zu verlieren - im Gegenteil. Welche Einzelperson hat schon mehr als CHF 250'000.- steuerbares Einkommen (was ja nochmals mehr als das Nettoeinkommen ist)? Sind für diese Personen 22% wirklich zu viel? Sind 22% eine "sehr starke Belastung"? Und es war wohl auch etwas Glück dabei, dass dem Motto "Weniger Steuern für noch Reichere" vom Bundesgericht ein Riegel geschoben wurde. Wenn man das wirklich nicht will, schadet es auch nicht, es in die Verfassung zu schreiben ...
PS: Es ist ja auch etwas ironisch, dass ausgerechnet im vorangehenden Blog-Eintrag aufgezeigt wurde, wofür der Kanton Luzern dringend Mittel braucht - nämlich für den Tiefbahnhof, der zukünftigen Generationen einen ökologischen Mehrwert bringt.
